DER KOLONIALREVISIONISMUS IN DEUTSCHLAND ZUR ZEIT DER WEIMARER REPUBLIK (1919-1933)
Auteur.e.s
Patrice TOURE , .
Résumé
Deutschlands Debakel von 1918 brachte mit sich den Zusammenbruch seines überseeischen Imperiums. Der Kolonieverlust im Anschluss daran entfachte andauernd in der aufkommenden Weimarer Republik eine generelle Empörung. Die kritische Materialaufwertung und eine diskurshistorische Auseinandersetzung mit der damaligen Kolonialrevisionismus-Szene ermöglichen es tatsächlich, das Trauma des Kolonieverlusts ans Licht zu bringen und offen zu legen, wie sich Akteure aus diversen Gesellschaftsschichten und Tätigkeitsbranchen um die Wiederherstellung des verlorenen Kolonialreichs bemühten. Zu diesem Zweck entwickelten sie eine Handlungskette, deren Stärken das breite öffentliche Echo, die zielorientierte Organisationsform und das Miteinbeziehen von Ex-Kolonisierten waren. Schwächen bezogen sich dagegen auf das zögernde und zweideutige Vorgehen der Behörden, den Radikalismus der Kolonialverbände und den unklaren Rechtsstatus der Ex-Kolonisierten.
Schlüsselwörter: Weimarer Republik, Kolonialrevisionismus, Ex-Kolonisierte, Akteure, Stärken, Schwächen